Fusionsküche

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Fusionsküche

Die Fusionsküche – ein seit den 1980er Jahren gängiger Begriff – kombiniert unterschiedliche Kochkünste und Esskulturen, auch vermischt sie klassische National- und Regionalküchen. Der Begriff kennzeichnet im Jahr 2018 zwei Varianten der Küche: die Kombination von landestypischen Zutaten aus unterschiedlichen Regionen wie Europa und Asien sowie die Kombination von Zutaten, die es ursprünglich nicht in einem Gericht gab. Daraus entstehen Geschmacksrichtungen wie etwa scharf-süß (zum Beispiel mexikanisch-texanisches gebackenes Pfefferhühnchen in Schokoladensoße). Gerichte dieser Art setzen sich im Zuge der Globalisierung immer mehr durch, weil sie diese widerspiegeln. Zum Einsatz kommen dabei auch sehr typische Kochgeräte wie ein japanischer Robata Grill.

Woher kommt der Begriff der Fusionsküche?

Die fusion cuisine oder das fusion cooking entstand in den 1980er Jahren in den USA, eine Vorläuferrichtung war die schon in den 1970er Jahren entstandene California Cuisine. Die Amerikaner verschmolzen in ihrer Küche zunehmend die vielen ländertypischen Einflüsse, die es in den USA traditionell gab. Der Österreicher Wolfgang Puck popularisierte diese Küche schließlich in Europa. Beispiele dafür sind

  • die kubanische Küche als Kombination aus karibischer, spanischer und afrikanischer Küche,
  • die kreolische Küche (ebenso die Cajun-Küche) als Kombination aus spanischer, französischer, italienischer, deutscher und afrikanischer Küche mit Lebensmitteln aus dem Mississippi-Delta sowie
  • die Tex-Mex-Küche als Kombination aus texanischer und mexikanischer Küche.

Ein typisches Beispiel für Deutschland wäre die Currywurst, die eine deutsche Wurst mit indischem Currypulver und amerikanischem Ketchup verbindet.

Fusionsküche: Beispiele in Deutschland

In deutschen Restaurants sind Fusionsgerichte und die entsprechende Esskultur immer häufiger anzutreffen. Angeboten werden Mischungen aus Bar, Streetkitchen und Restaurant mit chilligem Ambiente. Unter anderem gibt es vietnamesische Gerichte mit deutschen und japanischen Einflüssen, die ein einzigartiges Geschmackserlebnis bieten sollen. So wirbt beispielsweise das Altschwabinger Restaurant Shami. Vor Ort sind dann noch weitere Einflüsse erkennbar, nämlich unter anderem die kalifornische Küche. Das Restaurant ist beliebt und erfreut sich prominenter Gäste, die Spieler des FC Bayern München essen beispielsweise hier gern. Zu den fusionierten Gerichten passt auch das Ambiente mit asiatischer Pop-Art, schicken Deckenlampen und Bereichen mit cooler Bar-Atmosphäre. Serviert werden unter anderem

  • “Sausage Pops” (frittierte Garnelen mit Reisnudeln auf Zuckerrohr im scharfen Erdnuss-Curry-Dip),
  • „Gyoza” (japanische Teigtaschen mit Schweinefleisch und gehackten Garnelen in einer Würze aus Frühlingszwiebeln, Ingwer und Wasabi-Chili-Dip),
  • „Bo la Lot“ (gegrilltes Flank-Beef in kernige Würze mit Wildpfefferblättern),
  • „Coco Prawn Cake“ (frittierte Garnelenkuchen im Kokosmantel mit fruchtiger Pflaumensoße),
  • Butterkrebs mit Wasabi-Dip,
  • gegrillter Wolfsbarsch im Bananenblatt mit bissfestem Gemüse und gebratenem Reis,
  • “Seeteufel à la Shami“ und
  • Curry mit argentinischer Rinderhüfte und frischen Kokosraspeln.

Einige Gerichte erinnern an fernöstliche Straßenküchen. Ein wichtiges Merkmal von Fusionsrestaurants ist ihre unglaubliche Vielfalt, die dazu verleitet, sich monatelang durch die Speisekarte einer einzigen Lokalität zu essen. Die erwähnten Gerichte stammen aus einem einzigen Münchner Restaurant und bilden nur einen Bruchteil von dessen Speisekarte ab. Dabei entstehen durch die Vielfalt der kulinarischen Fusionen erstaunliche und vollkommen gegensätzliche Geschmacksrichtungen – das macht diese Fusionsküche so interessant, die natürlich Hobbyköche auch daheim ausprobieren können.

 

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